Zeit für einen Wandel
08 Mär

Zeit für einen Wandel

Einst sind wir mit einer klaren Vision angetreten von dem, was wir in diesem Leben verwirklichen wollen. Für einige von uns mag dies vielleicht ein klarer Weg gewesen sein, der kaum in Frage gestellt wurde und auch nicht zu existentiellen Zweifeln an der eigenen Person, den eigenen Zielen und Wünschen, der Lebenssicht und der Realisierbarkeit geführt hat. Viele jedoch zweifeln – manchmal das ganze Leben lang. Starre Strukturen halten dann die Seele in Gefangenschaft.

Der Irrweg in der Welt

Nach anfänglichem Enthusiasmus hat Erziehung uns von unserem ureigenen Weg und unseren Träumen abgebracht. Die weitere Sozialisation in öffentlichen Einrichtungen wie Kita, Kindergarten, Kirche, Schule, Universität, Berufsausbildung etc. tragen ihr Übriges dazu.

Am Anfang ihres Erwachsenenlebens finden sich viele von uns ihrer selbst entfremdet wieder. Vergessen sind die anfänglichen Impulse, die der Motor der Seele waren, die uns auf ein Leben auf dieser Erde freuen liessen. Vorbei ist die Leichtigkeit, Stärke und die klare Vision unserer Seele. Das ist ein klares Zeichen, dass die Irrfahrt des Individuums durch die künstlichen Strukturen bereits in vollem Gange ist. Nach vielen Rückschlägen verschliessen wir allmählich auch unser Herz, verlieren die Orientierung und büssen damit den Zugang zu unserer Seele ein. Es ist dies der «Ort der Vision». Ein Ort, an dem das Wissen um die ursprüngliche Bestimmung und Lebensfreude liegt. Vermeintliche gesellschaftliche Zwänge halten den Menschen von nun an in ihren Fängen. Konsens durch fragwürdige Bestätigung anderer Menschen stellt sich ein, die ebenfalls von ihrem Weg abgekommen sind. Mit der Zeit entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit, Frustration und erste Zweifel melden sich an – am System, am eigenen Leben. Erste Anzeichen körperlicher Erkrankungen gesellen sich dazu: Unlust, Sinnlosigkeit, Traurigkeit, Angst, Antriebslosigkeit und schliesslich auch Burn-out!

Was nicht passt, wird passend gemacht

Burn-out entsteht nicht durch zu viel Arbeit, sondern eher durch Sinn-Verlust, durch fehlende sinnstiftende Anbindung und wertschätzende Verbindung mit dem Ganzen. Dazu gehört ganz massgeblich eine natürliche Einbettung in die Natur und eine sensible Kommunikation. Auch regelmässiger Kontakt sowie die Gewissheit, dass mit der Umwelt harmonisch gelebt und gearbeitet wird, ist wichtig. Das führt zu einem Gefühl der Heimat – innen wie aussen. Dies schliesst Faktoren wie Licht und Sonne genauso mit ein, wie das Grün saftiger Wiesen und lebensspendende Bäume und Hecken, die zu uns gehören. Es geht um die Verbindung mit dem eigenen inneren Kern, der Essenz dessen, was den Einzelnen ausmacht. Statt sich auf seine inneren Potenziale zu verlassen und sich dort die nötigen Impulse für Wandlung, Lebenssinn und Seelenfeuer der Begeisterung zu holen, geht stattdessen eine geistige Tür nach der anderen zu. Wir sind an dem Punkt angelangt, an dem wir einer starr strukturierten «Realität» zu glauben begonnen haben und bemühen uns nun, unser vermeintliches Falsch-Sein zu kompensieren. Wir versuchen, es in die erwünschten Muster am Arbeitsplatz und im privaten Alltag einzufügen. Oft ist es aber eher ein energieraubendes Hineinpressen, als eine harmonische Integration. Das erinnert an Aschenputtels Stiefschwestern, die unter Schmerzen alles versuchten, um in den viel zu kleinen Schuh zu passen, weil sie so erhofften, ihr Glück zu finden. Diese Suche bleibt aber nicht nur im Märchen erfolglos. Auch wir müssen die ganz eigene Passform unserer Seele berücksichtigen oder eben die passende Struktur auf dieser Welt für uns finden. Wir sperren unser lebendiges Seelenfeuer in einen Kerker, errichtet aus minimalsten Möglichkeiten, vergeuden unsere Energie der eigenen inneren Vision, die uns entgleitet. Eine klare Wahrnehmung löst sich in Nebelschwaden auf und steht uns bis auf weiteres nicht mehr zur Verfügung.

Den Blick nach innen wenden

Wenn wir aussen nichts mehr erkennen können, was uns mit Freude und Sinn erfüllt, werden wir automatisch auf unsere innere Seelenlandschaft zurückgeworfen. Welch glückliche Fügung!

Wir treten in Verbindung mit unserem wahren Selbst, einer tiefen Ebene der Wahrnehmung. Wir beginnen unsere wahren Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen, aber auch unsere Fähigkeiten, die aus unserer Seele erwachsen, um uns zu einem Durchbruch zu verhelfen. Zunächst auf unserem Weg zu uns selbst und dann aber auch um Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene zu bewirken. Entsprechend unseren Talenten werden wir uns in Wirtschaftsmodellen, der Arbeitswelt, der Politik, dem Gesundheitswesen und dem Naturschutz, aber eben auch in den alltäglichen Beziehungsfeldern und der Kommunikation an sich einbringen und andere an unserer inneren Vision teilnehmen lassen. Das ist es, was überall auf der Welt geschieht. Wenn wir den zentralen Punkt – unsere eigene, innere Sonne – in uns finden und uns von ihrem hellen Licht erfassen lassen, erstrahlt die ursprüngliche Vision, mit der wir unseren Lebensweg, unsere Inkarnation angetreten sind. Das Licht explodiert dann förmlich, um uns auf unseren Weg zurückzuführen und lässt dabei keinen Raum für die aus Angst errichteten, schattenbildenden Strukturen. Diese gilt es endgültig einzureissen. Seien sie emotionaler, mentaler oder auch spiritueller Natur. Wir brauchen Raum, neue Frische, um das Leben neu zu denken, liebevoller zu fühlen und lebensfreundlichen Fortschritt und Technologien möglich zu machen und vor allem endlich umzusetzen! Es geht um Lebendigkeit, um nichts weniger als effektive Evolution. Was ist effektive Evolution? Nach meiner Definition: Ein Handeln, das für alles Leben die bestmöglichen Lebensbedingungen in Freude vereint und bewusstseinsbildenden Fortschritt kontinuierlich sichert!

Jeder von uns ist eingeladen, daran mitzuwirken. Einen gemeinsamen, globalen Wandel mitzugestalten, der auf Empathie, Achtsamkeit und wahrhafter Kommunikation basiert. Dies führt geradewegs zu einem Wandel unserer kollektiven Bewertungen, unseren Urteilen über das Leben, den Menschen und die Natur und unsere Mitwelt. Dies wiederum wird der Vision einer lebenswerten Gesellschaft, basierend auf Menschlichkeit und Gemeinsinn, eine Form verleihen. Denn am Ende geht es immer um Liebe; und darum in die Liebe (zurück) zu finden.

Heidrun H. Horn

Heilpraktikerin in eigener Praxis seit 1993, Sachbuchautorin, Lehrerin für Autogenes Training und Meditation seit 1990, Begründerin der Kosmologischen Edelsteinenergetik, Initiatorin und Leiterin des Bodensee Gesundheits-Forums in Konstanz. Seit vielen Jahren mit Vorträgen, Seminaren und fortlaufenden Selbsterfahrungsgruppen im Gesundheitsbereich mit Schwerpunkt Psychosomatik tätig. Zudem engagiert sie sich kommunalpolitisch im Landreis Konstanz. 

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